Die Wirtschaftsstrategie Steiermark 2030

„Neues Wachstum – Neue Chancen – Neue Qualität“

Am 17. Mai 2022 wurde die Wirtschaftsstrategie 2030 im Landtag Steiermark beschlossen. Die Strategie wurde mit Einbindung der Sozialpartner erarbeitet und wird daher breit getragen.

Wirtschaftsstrategie 2030
Wirtschaftsstrategie 2030© Adobe Stock

Ausgangslage

Eine Wirtschaftsstrategie liefert die mittel- bis langfristige Ausrichtung der wirtschaftspolitischen Zielsetzungen, bildet den Arbeitsrahmen für die operative Umsetzung und unterliegt dabei einem kontinuierlichen Prozess aus Beobachten, Reflektieren und Anpassen.

Die am 17. Mai 2011 (WIST 2020) bzw. 5. Juli 2016 (WIST 2025) im Landtag Steiermark unter dem Leitgedanken „Wachstum durch Innovation" beschlossenen beiden Wirtschafts­strategien fokussierten auf das Ziel, die Steiermark zu einer führenden europäischen Region für den Wandel hin zu einer wissensbasierten Produktions- und Dienstleistungsgesellschaft weiter zu entwickeln.

Im Jahr 2021 hatte die WIST 2025 die Hälfte ihrer Laufzeit erreicht und wurde einer intensiven Reflexion unterzogen. Die Veränderungen der Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zeigen sich zunehmend dynamisiert. Dies reicht von den Mega-Trends der digitalen Transformation über die grüne Transformation, die durch den European Green Deal und das darauffolgende Maßnahmenpaket Fit for 55 getragen wird, bis hin zu des sich zuspitzenden Arbeits- und Fachkräftemangels und zu neuen Anforderungen an die Standortentwicklung. Spürbare Veränderungen durch die Corona-Pandemie und des völkerrechtswidrigen Angriffs auf die Ukraine haben die angespannte Lage auf den Weltmärkten nochmals verschärft und das Ressort dazu veranlasst die Wirtschaftsstrategie insgesamt neu zu adjustieren.

Die neue Wirtschaftsstrategie 2030

Im Mittelpunkt der neuen Strategie steht das Motto „Neues Wachstum - Neue Chancen - Neue Qualität". Eine neue Qualität des Wirtschaftens und des Lebens bedeutet, dass die Veränderungen in unserer Umwelt deutlicher werden und ernst genommen werden müssen. Es gibt neue Risiken (Lieferkettenprobleme, steigende Rohstoff- und Energiepreise, Versorgungssicherheit mit Energie) neue Beschränkungen, aber auch neue Chancen und Herausforderungen. Das vorrangige Ziel in den kommenden Jahren ist es, eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu forcieren. Nachhaltigkeit wird dabei in einem umfassenden Sinn verstanden. Klimaschonendes Wirtschaften spielt ebenso eine Rolle wie unternehmerische Innovationen mit besonders großem Zukunftspotenzial.

Konkret setzt die Wirtschaftspolitik auch in Zukunft in der Standortentwicklung auf das Zusammenwirken zwischen den technologischen Kernkompetenzen Materialien und Werkstofftechnologien, Produktionstechnologien, Maschinen- und Anlagenbau sowie Digitaltechnologien und Mikroelektronik und den drei Leitmärkten Mobility, Green-Tech sowie Health-Tech.

Die strategischen Ziele der steirischen Wirtschaftspolitik werden weiterhin zu den folgenden fünf Kernstrategien gebündelt und in drei Handlungsebenen (Chancen erkennen - Chancen wahrnehmen - Standort entwickeln) umgesetzt:

Kernstrategie 1: Standortentwicklung und Standortmanagement
Kernstrategie 2: Innovations- und F&E-Förderung
Kernstrategie 3: Unternehmertum & Wachstum junger Unternehmen
Kernstrategie 4: Qualifizierung & Humanpotenzial
Kernstrategie 5: Internationalisierung von Unternehmen und Standort

Wesentliche Anpassungen der Wirtschaftsstrategie

• In der Kernstrategie 1 „Standortentwicklung und -management" erfolgt eine Erweiterung der Entwicklungs- und Managementkompetenzen der Steirischen Wirtschaftsförderungs gesmbH (SFG), um strategische Themen und Initiativen mit hoher Standortrelevanz künftig umfassender unterstützen bzw. steuern zu können und damit die Steiermark über ihre hochinnovativen „ÖKO-Systeme" sichtbarer zu machen. Gleichzeitig werden neue Ressourcen geschaffen, um sich in die Entwicklung der regionalen Standortqualitäten aktiver einbringen zu können als es bisher möglich war. Darüber hinaus werden standortpolitisch relevante Infrastrukturen an der Nahtstelle „Bildung-Wissenschaft-Wirtschaft" mit wesentlichen Standortpartnern initiiert und zielgerichtet unterstützt. Im Bereich von Kompetenzzentren (COMET) wird eine verstärkte Anbindung an steirische Themen- und Clusterstrategien erfolgen.

• Der in der Kernstrategie 2 „Innovations- und F&E-Förderung" etablierte Stufenbau der Innovationsförderung wird erweitert, da Änderungen im Beihilfenrecht nunmehr eine adäquate Förderung von hochinnovativen Projekten im Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) ermöglichen. Aufgrund der Vorgaben aus den Verordnungen zu EFRE und Just Transition Fund (JTF) erfolgt eine Ausrichtung der Unterstützung von Investitionen zur Unternehmensentwicklung nunmehr auf KMU. Diese Unternehmen werden darüber hinaus insbesondere bei ihren Projekten zur Gestaltung der grünen und digitalen Transformation unterstützt.

• Die Kernstrategie 3 „Unternehmertum & Wachstum junger Unternehmen" erfährt insgesamt einen offensiven Ausbau durch das über die Start-Up-Mark verstärkte Engagement des Wirtschaftsressorts und der Mobilisierung von Start-Ups aus den COMET-Zentren im Zusammenwirken mit Clusterorganisationen. Ein regionaler Schwerpunkt wird in der Region Obersteiermark gesetzt. Ziel wird es hier sein, unter Einsatz von JTF-Mitteln, Gründungen und Start-Ups im Bereich der grünen Transformation zu unterstützen.

• In der Kernstrategie 4 „Qualifizierung und Humanpotential" bedarf es vor dem Hintergrund des Arbeits- und Fachkräftemangels, der sich aufgrund der demografischen Entwicklung zuspitzt und durch die COVID-Pandemie weiter beschleunigt wurde, zusätzlicher Initiativen. Diese umfassen sowohl eine ressortübergreifende Zusammenarbeit, eine verstärkte Vernetzung relevanter Akteur*innen und Bearbeitung von Themen innerhalb der Steiermark - zB durch das Engagement des Wirtschaftsressorts im Arbeitsmarktpolitischen Beirat. Eine weitere Fokussierung wird auf den Bereich der bedarfsgerechten Qualifizierung sowie Attraktivierung der dualen Ausbildung und Nachwuchssicherung im technischen/naturwissenschaftlichen Bereich (MINT) gelegt. Zudem gilt es, vermehrt und gezielt KMU bei Maßnahmen zu unterstützen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachhaltig verbessern und eine familienfreundliche Unternehmenskultur forcieren.

• Deutlich hervorgehoben wurde nunmehr in der Kernstrategie 5 „Internationalisierung von Unternehmen und Standort" die hohe Bedeutung eines klaren, authentischen und gut kommunizierbaren Profils der Steiermark. Weitere Schwerpunkte bilden die Stärkung der Exportfähigkeit von Unternehmen und die Beratung bei Themen wie Lieferketten- und Risikomanagement, welche insbesondere vom Internationalisierungscenter Steiermark (ICS) wahrgenommen werden. Insgesamt werden über die Marke Steiermark zentrale Botschaften zu den wichtigsten Standortqualitäten, Innovationskraft, Technologie und Know-how auch als steirische Beiträge zur Klimaneutralität national wie auch international transportiert.

• Neue Mission-Roadmaps kombinieren die Kernstrategien entlang von Ressortthemen. Offenheit und Flexibilität innerhalb einer langfristig angelegten Strategie sind in der Wirtschaftspolitik wichtig geworden. Die Wirtschaftsstrategie sieht zwar eine Gliederung der Inhalte in Kernstrategien vor, es bedarf aber in zahlreichen Bereichen eines übergreifenden Ansatzes, dargestellt mittels der Mission Roadmaps, die auf drei Jahre ausgerichtet sind und die wichtigsten Themen der drei Handlungsebenen der Wirtschaftsstrategie bündeln und aktuelle Entwicklungsthemen des Landes unter Einbindung von Initiativen Dritter abbilden.

Ziel- und wirkungsorientierte Steuerung - Erweiterung: Eine laufende Begleitung und Kontrolle der Umsetzung sichert den Erfolg der Wirtschaftsstrategie. Die Erarbeitung eines erweiterten Ziel-Indikatoren-Systems zur Messung des Fortschritts der Umsetzung der WIST 2030 erfolgt durch das Wirtschaftsressort.

Der Standort Steiermark steht vor großen Herausforderungen und es bedarf enormer Anstrengungen, die Unsicherheiten infolge der großen Krisen dieser Zeit zu bewältigen. Viele dieser Herausforderungen erfordern Innovationen und Investitionen und bieten damit auch Chancen und neue Möglichkeiten der Wertschöpfung. Die neue Wirtschaftsstrategie 2030 bietet eine Grundlage, um die steirische Wirtschaft in den kommenden Jahren auf einen erfolgreichen Kurs unterstützen zu können.

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