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Smart Production & Services: Neue Chancen für eine der innovativsten Regionen Europas

v.l.: DI Stefan Thanner (General Manager CoC Contract Manufacturing Magna Steyr), Dr. Christian Buchmann (Wirtschaftslandesrat), Mag. Jochen Pildner-Steinburg (Präsident IV Steiermark).© SFG/Harry Schiffer

Graz, 1. Dezember 2015 - Die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet mit hohem Tempo voran. Der globale Wettbewerb produzierender Unternehmen und die damit verbundene steigende Innovationsorientierung treiben die Vernetzung von Maschinen, Dienstleistungen und Menschen über die gesamte Produktionskette voran. Neue Technologien verändern Geschäftsmodelle und Produktionsvorgänge.


„Smart Production und Services" bzw. dem in Deutschland geprägten Begriff „Industrie 4.0" wird von Experten ein immens hohes Marktpotenzial bescheinigt: Wirtschaftsforscher prognostizieren für die Steiermark bis 2025 einen Anstieg von 86 Milliarden Euro in der Produktion durch Smart Production & Services.

Diese Zahlen sind für das Wirtschaftsressort des Landes Steiermark und die Industriellenvereinigung Steiermark Grund genug, besonders auf das Thema zu setzen. „Smarte Produktionen und Dienstleistungen sind die Zukunft der globalen Wirtschaftsentwicklung, die mit Chancen aber auch mit Risiken verbunden sind. Ich bin überzeugt, dass die Steiermark als eine der innovativsten Regionen in Europa die Chance hat, die aktuellen Entwicklungen entscheidend mitzugestalten und damit zu wirtschaftlichem Wachstum und zu neuen Arbeitsplätzen zu kommen", so Wirtschaftslandesrat Dr. Christian Buchmann.

 

Förderungen für vernetzte Produktion

Neben verstärkter Bewusstseinsbildung unterstützt die Steirische Wirtschaftsförderung (SFG) Unternehmen, die auf eine vernetze, digitale und intelligente Produktion setzen, um neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln auch mit Förderungen. Im Rahmen eines Calls der SFG wurden 14 Smart Production-Projekte steirischer Unternehmen mit insgesamt zwei Millionen Euro gefördert. Unter den geförderten Unternehmen, die insgesamt 5,3 Millionen Euro investieren, sind drei Kleinstunternehmen (unter 10 Mitarbeitern), drei kleine Unternehmen (10-50 MA), zwei Mittelbetriebe (50-250 MA) und sechs Großunternehmen. „Diese Zahlen zeigen, dass auch viele steirische KMU die Chancen erkannt haben, die Smart Production and Services bieten", so Buchmann.

 

Wachstum und Wertschöpfung durch Kooperation

Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt im Bereich Smart Production & Services ist eine enge Zusammenarbeit mit Oberösterreich, dem zweiten großen Industriebundesland Österreichs. Im Rahmen eines gemeinsamen Calls unterstützen die beiden Bundesländer Kooperationsprojekte im Bereich „Smart Mobility". In dieser österreichweit ersten bundesländerübergreifenden Ausschreibung stehen insgesamt vier Millionen Euro (je eine Million aus den Wirtschafts- und Wissenschaftsressorts beider Bundesländer) für kooperative Forschungsprojekte zur Verfügung. „Mit dem österreichweit ersten gemeinsamen Call zweier Bundesländer intensivieren wir unsere Zusammenarbeit mit Oberösterreich in unseren Stärkefeldern Mobilität und Automotive. Mit Hilfe einer engen bundesländerübergreifenden Kooperation in Wirtschaft und Forschung wollen wir unsere Regionen als weltweit führende Mobility-Standorte positionieren", so Buchmann.
Weitere geplante Aktivitäten im Rahmen der Kooperation mit Oberösterreich sind eine gemeinsame Studienreise nach Aachen oder ein gemeinsamer Antrag für ein bundesländerübergreifendes COMET Kompetenzzentrum im Bereich smarter Technologien.

 

Wandel der Arbeitswelt: Neue Berufe entstehen

Der steirische IV-Präsident Mag. Jochen Pildner-Steinburg wies auf die gute Achse zur SFG und Wirtschaftslandesrat Buchmann hin. Er betonte, wie wichtig es sei, offensiv und kontinuierlich mit dem Thema Smart Production & Services umzugehen: „Jene Betriebe, die sich schon länger und intensiv mit Smart Production befasst haben, sind jene, die investieren, Arbeitsplätze halten und ausbauen. Jene, die sich der Entwicklung nicht aufgeschlossen gezeigt haben, fallen zurück!"

Eine 2015 von IV-Steiermark und SFG gemeinsam initiierte Studie der ICG Integrated Consulting Group, für die 22 Interviews mit Personen aus dem Top Management verschiedenster Branchen geführt wurden, zeigt, wo die Schwerpunkte aus Sicht der Unternehmen liegen müssen. Vernetzung, Bewusstseinsbildung, Know-how-Transfer und gesetzliche Rahmenbedingungen sind vordringliche Anliegen.

Mit der Evolution der Produktion werde auch eine Evolution der Arbeitsplätze einhergehen, so Pildner-Steinburg. Dass Menschen insgesamt durch Roboter ersetzt würden, sei ein Mythos der aus unbegründeter Angst heraus entstehe. Aber die Arbeitswelt werde sich wandeln und „es wird neue Berufe, vor allem im qualifizierten Segment, geben", sagte der steirische IV-Präsident.

 

Smart Factory

Aus der Perspektive von Magna Steyr schilderte DI Stefan Thanner (General Manager CoC Contract Manufacturing), was „Smart Production" bedeutet: „Smart Factory steht bei Magna Steyr für neue Lösungen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Im Mittelpunkt stehen dabei Ziele wie steigende Effizienz, höhere Flexibilität und schnellere Reaktionsgeschwindigkeiten auf sich ändernde Anforderungen."

Die Basis dafür bilde die Digitale Fabrik, die den kompletten Produkt- und Fertigungslebenszyklus von der virtuellen Fahrzeugentwicklung über die digitale, virtuelle Planung aller Fertigungsschritte bis hin zur realen Umsetzung in der Fahrzeugproduktion darstellt. Auf diese Weise werde eine durchgängige Datenbasis über alle Technologien hinweg geschaffen - ein virtuelles Spiegelbild der realen Fabrik.

„Smart Factory steht für Veränderung", sagte Thanner. Bei Magna Steyr sind bereits einige Tools, die unter diesen Titel fallen, im Einsatz. Dabei gehe es im Wesentlichen darum, die Vernetzung zwischen Markt, Entwicklung und Produktion mithilfe neuer Informations- und Kommunikationstechnologien weiter voranzutreiben. Durch den raschen Austausch von Informationen könnten Wertschöpfungsprozesse auch in Echtzeit unterstützt werden. So geben Maschinen ihren Wartungswunsch gleich direkt an die zuständige Stelle oder den Lieferanten weiter. Künftig erkennen intelligente Gebinde automatisch ihren Inhalt, die Stückzahl und wo dieser Inhalt in der Produktion benötigt wird. Diese Informationen werden direkt an die Logistik weitergeleitet.

Maschinen würden sich in Hinkunft an die Menschen anpassen - körperlich schwere Arbeiten werde beispielsweise der Roboter übernehmen - während der Mensch sich auf anspruchsvollere Tätigkeiten konzentrieren kann. Gleichzeitig ist die Zugänglichkeit zu Daten ein großes Thema - einerseits muss die gesamte Wertschöpfungskette über die relevanten Informationen verfügen, andererseits gilt es, Datensicherheit und Geheimhaltung auf höchstem Niveau zu halten - eine Challenge für die IT-Bereiche.

 

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