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Von Graz ins All und zurück auf die Märkte der Welt

Medizintechnik-Start-up Joysys launcht mit frischem Geld neue Projekte.

v.l.: Wirtschaftslandesrat Dr. Christian Buchmann, DI Franz Viehböck (Vorstand Berndorf AG), Mag. Thomas Hassler (Geschäftsführer Joysys). © Frankl
v.l.: Wirtschaftslandesrat Dr. Christian Buchmann, DI Franz Viehböck (Vorstand Berndorf AG), Mag. Thomas Hassler (Geschäftsführer Joysys).
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Graz, 5. April 2016 - Das Medizintechnik-Unternehmen Joysys entwickelt Technologien zur Messung der Aktivitäten des autonomen Nervensystems weiter, die ursprünglich im Weltraum zum Einsatz kamen. Nun startet das 2015 aus dem „Human Research Institute" ausgegründete Mitgliedsunternehmen des steirischen Humantechnologie-Clusters den nächsten Wachstumsschub: Bis Ende 2016 wird mit weiteren fünf Mitarbeitern und Vertriebspartnern in vier Ländern (A, CH, D, UK,...) ein Umsatz von 800.000 Euro angepeilt. Gespräche mit Private-Equity-Organisationen, Investoren und Crowdfunding-Plattformen zur Finanzierung des weiteren Wachstums bis 2020 stehen kurz vor dem Abschluss.

„Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen entstehen Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Joysys ist ein gutes Beispiel dafür und zeigt den unternehmerischen Spirit im steirischen Medizintechnik-Sektor", freut sich Wirtschaftslandesrat Dr. Christian Buchmann über die Dynamik im Humantechnologie-Cluster. Die Humantechnologie
ist ein wesentliches Stärkefeld der steirischen Wirtschaft: „Im gesamten Stärkefeld Humantechnologie werden mit rund 28.000 Beschäftigten jährliche Umsätze von rund 3 Milliarden Euro erzielt", so Buchmann.

Joysys-Gründer und Geschäftsführer Mag. Thomas Hassler erklärt die Grundzüge der Technologien seines Unternehmens: „Wir messen die Aktivitäten des autonomen Nervensystems mit höchster Genauigkeit aus dem Herzschlag. Diese Messergebnisse zeigen wiederum anhand wissenschaftlicher Auswertungsmethoden der gemessenen Herzrhythmus-Flexibilität, wie es um die Gesundheit und Fitness eines Menschen bestellt ist." Das Joysys-Messgerät ist damit sowohl im Freizeit- und Hochleistungssport sinnvoll als auch in der Diagnose und Therapieüberwachung von Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs oder entzündlichen Krankheiten sowie in der allgemeinen und betrieblichen Gesundheitsvorsorge.


Die Entwicklung begann im Weltall...

Zum ersten Mal zum Einsatz kam die Technologie im Rahmen der „Austro MIR"-Mission aus dem Jahr 1991. Prof. Max Moser, heute Vorstand des Weizer „Human Research Institute", war als junger Universitätsmitarbeiter mit seinem damaligen Projektteam wesentlich mitbeteiligt an der Technologieentwicklung. DI Franz Viehböck, heute Vorstand der Berndorf AG, war Österreichs erster Mann im All und testete die Sensorjacke auf der Raumstation. „Die Daten, die wir mit dieser Sensorjacke gewinnen konnten, zeigten erstmals, wie sich das vegetative Nervensystem und das Kreislaufsystem in der Schwerelosigkeit verhält. Auch die Qualität des Schlafs im Weltraum und unseren Gesundheitszustand konnten wir mit der Jacke messen."

„Austronaut" Franz Viehböck weiter: „Für mich ist es sehr beeindruckend, dass das Forscherteam seine Erkenntnisse ständig weiter entwickelt hat und diese Schlüsseltechnologie mit Joysys nun auch wirtschaftlich weltweit verwertet. Ich weiß, welch große Herausforderung so etwas ist. Wie ich die Kollegen kenne, werden sie auch diese Herausforderung meistern."


Zukunftsperspektiven von Joysys

Joysys-Geschäftsführer Thomas Hassler zu den spannendsten Projekten, die noch in diesem Jahr starten: „Erstens beginnt eine Forschungszusammenarbeit mit der Wiener Medizinischen Universität mit Prof. Dr. Richard Crevenna im Bereich onkologische Rehabilitation und eine Zusammenarbeit mit der ProMente-Gruppe im Bereich psychosoziale Rehabilitation. Zusätzlich startet eine Kooperation mit einem deutschen Technologieunternehmen, das Teile unserer Software lizenziert und uns Zugänge zu deren Vertriebspartnern ermöglicht."

Hassler zur Perspektive seines Unternehmens in den folgenden Jahren: „Bis 2020 planen wir den europäischen Markt von der Steiermark aus zu bedienen. Da der Fokus derzeit auf dem Gesundheitsexpertenmarkt liegt, wollen wir die Lücke zum Konsumenten mit medizintechnischen Lösungen schließen und dafür rund vier Millionen Euro investieren. Zur Finanzierung dieses Wachstums laufen Gespräch mit Private-Equity-Organisationen, Investoren und Crowdfunding-Plattformen. Einige der Gespräche stehen kurz vor dem Abschluss. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Humantechnologie-Clusters sowie der SFG danke ich für das Kontaktherstellen zu potenziellen Geldgebern. Die Community funktioniert."

Für den Geschäftsführer der Clusterorganisation Human.technology Styria (HTS), Dr. Johann Harer, ist Joysys „der lebende Beweis dafür, dass sich Forschungs-Know-how mittel- und langfristig auch in Arbeitsplätze ummünzen lässt. So gesehen ist das Unternehmen auch Vorbild und Ansporn für alle weiteren Aktivitäten, die der steirische Humantechnologie-Cluster in diesem Bereich schon in naher Zukunft setzen wird."